Hallo! Wir sind Manu und Micha. Wir waren im März und April 2013 im Waisenhaus in Agra tätig.  Und auch wir möchten  über unsere  Erlebnisse  und Eindrücke  in Indien  berichten,  was allerdings nicht so einfach ist. Mh, wo könnten wir anfangen? Also, zunächst einmal möchten wir
uns Julia und Alena anschliessen, denn auch wir empfanden das erlebte als „krass“. Positiv, sowie auch negativ. Da wir aber nicht das gleiche nochmal erzählen wollen, haben wir uns überlegt, dass wir von einem Erlebnis berichten, das uns besonders in Erinnerung geblieben ist. Auch das ist gar nicht so einfach, da wir so unglaublich viel erlebt haben. Hm, mal überlegen…
Ach ja, da war dieser eine Nachmittag…
Nachdem wir uns langsam aber sicher an die herrschenden Umstände gewöhnt hatten und nur noch jeden  zweiten  Tag  die  Tränchen  flossen,  machte  uns  unsere  „Arbeit“  immer  mehr  Spaß.  Zu unserem Alltag gehörten Dinge wie, die Kinder zu waschen, ihre Windeln zu wechseln, mit ihnen zu singen  und  zu  tanzen  bis  uns  die  Luft  weg  blieb,  mit  ihnen  zu spielen  und  zu  malen,  und manchmal  einfach  nur  zu  kuscheln.  Neben  täglichen  Physiotherapiestunden  gehörten  auch
Besuche  von  Touristengruppen  zum  Alltag  des  Waisenhauses.  Zugegeben,  das  klingt  jetzt zunächst einmal komisch und wenn wir ehrlich sind, hat uns das Anfangs auch ein wenig gestört… Und dann kam diese Reisegruppe. Es waren circa fünfzehn Personen, die aus Südamerika kamen. Es  schien,  als  wären  sie  schon  öfter  hier  gewesen.  Zu  unserer  Freude  kannten  sie  bereits  die Namen  der  Kinder.  Sie  begrüßten  alle  und  versammelten  alle  Kinder  des  Waisenhauses  im Gemeinschaftsraum.  Besonders  schön  war  es  mit  anzusehen,  wie  sie  sich  um  die  behinderten Kinder kümmerten. Als alle Kinder ihre Plätze eingenommen hatten und auch wirklich jeder etwas sehen konnte, ging es los. Plötzlich betrat eine der Touristinnen, die als Clown verkleidet war, die Bühne und machte
ihre Witze. Die Kinder schrien vor Begeisterung, sie lachten aus vollem Halse und jene, die sonst so laut waren, waren plötzlich ganz still und starrten gebannt auf den Clown. Immer wieder durften die  Kinder selbst  am  Spektakel  teilnehmen  mit  Spielen,  Zurufen  oder  Liedern.  Ich  glaube  wir haben die Kinder noch nie so lachen sehen. Oder zumindest bilden wir uns ein, dass es anders war. Es war  ein ganz besonderer Nachmittag. Für uns  alle. Es war  anders  als der normale Alltag der Kinder. Aus diesem Grund freuen wir uns  auch immer über Unterstützung, über jene, die gerne vor Ort tätig sein wollen, um den Alltag der Kinder schöner und abwechslungsreicher zu machen. Und ihr könnt euch sicher sein, dass auch ihr davon profitieren werdet!