Wir Anja und Karen waren vom  1. Oktober 2014 bis zum 5. Dezember 2014 in Agra hauptsächlich im Kinderheim der Mutter Teresa Schwestern tätig. Den Kulturschock hatten wir schon in New Delhi als wir die Schwelle der super modernen Metro zum Bahnhof überschritten haben. Durch unsere vorigen Auslandserfahrungen schockierte uns das Kinderheim nicht zu sehr. Allerdings brauchten wir anfänglich ein bisschen Zeit um uns der neuen Herausforderung zu stellen. Wobei wir schon nach der ersten halben Stunde fleißig am Windeln wechseln waren. Unsere ersten Eindrücke lassen sich mit den Worten unsicher, schockiert und überrascht beschreiben. Unsicher fühlten wir uns bevor wir das erste Mal Kontakt zu den Schwestern aufgenommen hatten und die Einrichtung noch nicht kannten. Schockierend beschreibt unser erstes Erlebnis und zwar den Rundgang durch den Frauen und Männertrakt, da die Lebensbedingungen mit deutschen Heimen nicht zu vergleichen sind (wie auch kaum etwas anderes in Indien ;))
Überrascht waren wir, weil das Kinderheim einen sehr großen, bunten und gepflegten Eindruck bei uns hinterließ. Nach den ersten Tagen Eingewöhnungszeit bereitete uns die Arbeit sehr viel Vergnügen. Wir verliebten uns sofort in die Kids und es machte Spaß ihnen mit unserem Dasein Freude zu bereiten. Die Kontaktaufnahme zu den anderen Projekten gestaltete sich anfangs etwas schwierig, weil wir mit der indischen Terminplanung so unsere Schwierigkeiten hatten. Im November kam endlich ein Treffen mit den Schwestern aus dem Baluganjheim zustande und wir verbrachten eine sehr kurze aber intensive Zeit mit den Mädchen dort. Nachdem wir im Hotel eine Australierin, die ein eigenes soziales Projekt in Agra gestartet hatte, kennengelernt haben, stellten wir uns die Aufgabe neben unserer alltäglichen Arbeiten eine Kooperation mit ihrem Projekt herzustellen. Bei ihrem Projekt handelt es sich um eine Art Jugendhaus für die sogenannten „railwaykids“.  Das sind obdachlose Kinder und Jugendliche die in den Bahnhöfen leben. Das Jugendhaus bietet
Verpflegung und sie haben die Möglichkeit dort mal wieder richtig Kind zu sein. Wir hoffen, dass eine Kooperation bestehen bleibt. Die zwei Monate vergingen wie im Flug und nicht alles was wir uns vorgenommen hatten konnten wir in die Tat umsetzten, da zwei Monate zu kurz sind um größere Projekte in Angriff zunehmen. Jedoch sind wir zufrieden mit der Arbeit die wir geleistet haben.