Das Kooperationsprojekt railway kids wurde 2010 von dem Inder Paul C Matthew und der Australierin Bev Spencer gegründet. Die Grundidee lag darin, Kindern, die im oder am Bahnhof lebten, neue Perspektiven aufzuzeigen. Viele der Kinder sind von zu Hause abgehauen oder lebten mit ihren Familien am Bahnhof. Dazu kommen gesellschaftliche Probleme wie fehlende Schulbildung, Armut und Kriminalität wie bspw. Stehlen. Paul C nahm als family care project einige Mädchen und Jungen in seiner eigenen Familie auf, welche Dank seiner Unterstützung und der dadurch ermöglichten Ausbildung bzw. Absicherung heute nicht mehr auf der Straße leben. Aufgrund der großen Anzahl der bedürftigen Kinder wurde das Projekt railway kids in das nahe dem Agra Cantt Bahnhofs gelegenen Lifehouse ausgelagert und versucht nun vorwiegend, das Umfeld der Kinder (Familie, Freunde) in die Hilfe miteinzubeziehen. Das Hauptziel liegt darin, die Lage der Familien zu ändern oder zumindest zu verbessern, um so die Kinder im System ihrer Familie zu fördern und ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Neben der individuellen Förderung der Kinder versucht das Projekt die Familie in alltäglichen Dingen z.B. Haussuche, medizinische Versorgung zu unterstützen.

Im Lifehouse tätig ist vor allem Paul C. Unterstützt wird er von Dina und James, welche mit ihren beiden Kindern im Gebäude des Lifehouses wohnen. James unterrichtet die Kinder in Englisch und ist auch der einzige Lehrer, der fließend englisch spricht und versteht. Seine Frau Dina ist für die kleinen Kinder zuständig und betreut die Projekte early intervention center und marian pre-school. Außerdem sind zwei weitere Lehrer im Lifehouse tätig.

Das Projekt gliedert sich in mehrere Bereiche auf:

  1. Das Projekt Youth Dropping Center (YDC) versucht mit Jugendlichen im Rahmen eines skill trainings z.B. Perspektiven aufzuzeigen und ihnen Jobs zu vermitteln.
  2. Das Projekt Child Dropping Center (CDC) ist das Hauptprojekt und findet im Lifehouse statt. Es bietet fünf Tage die Woche eine Anlaufstelle für Straßenkinder aus der Umgebung an, welche verschiedene Schwierigkeiten haben oder welche vor schlechtem Einfluss ihrer Umgebung bewahrt werden sollen. Durch ein breites pädagogisches und schulisches Angebot werden diese Kinder intensiv gefördert und haben zudem Zugang zu Waschmöglichkeiten, sowie zu einer warmen Mahlzeit. Der Tagesablauf ist strikt getaktet und der Umgang mit den Kindern streng, aber durch gegenseitigen Respekt geprägt.
  3. Das Projekt Early Intervention Center (EIC) findet ebenfalls im Lifehouse statt und richtet sich an die Zielgruppe der 2 ½ -5-jährigen Kinder. Die Kinder erhalten durch das Projekt finanzierte Bücher und Essen, sowie pädagogische Frühförderung.
  4. Das Projekt Marian Pre-School gehört zu dem EIC Projekt und richtet sein Angebot an diejenigen Kinder, welche von nur von wenigen Problemen betroffen sind und daher mittags zurück in ihre Familien kehren. Das Projekt zielt vor allem auf eine schulische Vorbildung für die jüngeren Kinder ab.
  5. Das Projekt Community Development Center (CDC) möchte besonders in das ganze Umfeld eingreifen. Momentan richtet sich das Angebot nur an Frauen im Erwachsenenalte. Bisher besteht eine Schulung zur Schneiderin und Kurse zur Alphabetisierung. Weitere Kurse im Bereich Kosmetik, Modedesign und Mehndi (Henna) sind derzeit in Planung.